Watch your web

Das ist der Titel der bundesgeförderten Kampagne zur Aufklärung jugendlicher Internetnutzer. Diese wurde am dritten Tag, zum Abschluss der Tagung
DAS ENDE DER PRIVATHEIT (zu Strategien der Sensibilisierung von Jugendlichen im Umgang mit persönlichen Daten im Internet) vorgestellt.

akademie

Dazu bin ich bis in die Akademie Remscheid geflogen und gefahren.
Diverse interessante Vorträge, aber auch real existierende Medienpädagogik in Deutschland.
Die seit 50 Jahren arbeitende Akademie war für eine deratige Tagung nicht vorbereitet und eigentlich auch übefordert. Gab es doch tatsächlich einige Twitterer unter den Fachbesuchern (Hashtag: #privatheit) aber keine Twitterwall, die Leinwand war definitiv zu klein, es gab kein Live-Streaming, es war nicht klar ob überhaupt aufgezeichnet wird und! Es gab im Tagungssaal weder LAN geschweige denn WLAN und die Mobilfunknetze kamen leider auch nicht so richtig durch… Ansonsten war die Unterbringung und Verpflegung gut.

Nun zum content: Wie fast immer auf Tagungen die von Landes- oder Bundesministerien gefördert werden, aber eigentlich auch sonst in der Medienpädagogik wird kontinuierlich und permanent nur von den Gefahren und Risiken gesprochen denen unsere Jugendlichen ausgesetzt sind. Kaum einer spricht dabei von den Chancen die uns die neuen Kommunikationsmittel geben. Wirklich richtig funktionierende Netzwerke gibt es kaum, jeder macht an seinem Ort in seinem konkreten Umfeld , das was er/sie machen kann und das unkoordiniert….

Tisch

Fast zum Abschluss der Tagung durften wir eine theatralisch aufbereiten Projektentwicklungspräsentation beiwohnen. Ich war froh das ich nicht noch meinen Namen tanzen musste…

Hier noch ein weiterer Blogbeitrag zur Tagung, der auch sehr schön eine Situationsbeschreibung abgibt.

Alles in Allem, für mich wieder ein update meiner Postion zum Rest in Deutschland: ernüchternd…

Update11.05.09 : der nette Kollege Michael Lange hat auch einen Bericht veröffentlicht.

6 Responses

  1. Torsten
    Torsten at |

    Das ist echt sehr gut, dass die Jugendlichen da aufgeklärt werden, damit sie sich der „Gefahr“, die bestehen könnte, bewusst werden!

  2. Figgie
    Figgie at |

    @Jürgen. Danke sehr für deine einlage. Ich finde diese seite besonders interessant: http://www.akademieremscheid.de

  3. LR
    LR at |

    Sind die Jungendlichen heut nicht schon aufgeklärt genug? Ich meine Twitter, facebook, etc. Mein Projektleiter hatte davon noch nicht mal was mitgekriegt (twittern…) 😯

  4. Jürgen Ertelt
    Jürgen Ertelt at |

    Danke für den Beitrag zur kostenfrei zugänglichen Tagung, der ja zumindest ein Interesse am Thema dokumentiert. Dennoch sind ein paar Dinge IMO aus Veranstaltersicht gerade zu rücken:
    # Veranstalter war nicht die Akademie Remscheid, sondern http://www.jugend.info und http://www.gmk-net.de
    # die http://www.akademieremscheid.de hat einen politisch zu verantwortenden Standortnachteil, nämlich fehlendes DSL im dörflichen RS-Küppelstein. Die aufwendig und teuer zu bezahlende 2 MBit Standleitung wird dort frei zugänglich! geteilt. In der gesamten Akademie ist WLAN zugänglich, für 8 Stunden war kein WLAN im Saal A aufgrund Ausfalls eines Freinet-Routers nicht möglich. Außerhalb des Saals A gab es keine WLAN-Probs. UMTS ist aufgrund der besonderen Lage der Akademie (halb in den Berg gebaut) nur zur offenen Wupper-tal-Seite möglich.
    # Die Projektionen auf der Leinwand waren lesbar. Die (klassische) Tagung wurde ohne Twitterwall ausgeschrieben, die Referenten waren dahingehend nicht informiert. Die 7 Twitterer bei 150 Teilnehmern hatten aufgrund des von mir aufgerufenen Hashtag #privatheit dennoch untereinander einen Informationsfluß, der obendrein im Foyer öffentlich dokumentiert wurde. Ein Live-Blog protokollierte die Veranstaltung (jugend.info, Kommentare offen).
    # Die Vorstellung des Spiels in erzählender Form sah keine Tanz-Beteiligung des Publikums vor.
    # Es war keine Medienpädagogen-Veranstaltung. Die 150 Teilnehmenden kamen aus dem Bereich Datenschutz, Verbraucherschutz, Jugendschutz, Lehre, Sozialarbeit, Jugendarbeit, Ministerien, Industrieverbände (Bitkom, ECO) und Beteiber von Communitys (StudiVZ, DMS) und ca. 15 Medienpädagogen, sowie 3 CCC-Mitglieder.
    # Die vorgestellte Kampagne wird vom BMELV gefördert, die Tagung aus Mitteln des BMFSFJ.
    # Inhaltlich wurde die Veranstaltung in Netzwerken und Arbeitskreisen unter Beteiligung von Betreibern, Ministerien, Interessenverbänden, Jugendarbeit mit gut einem Jahr Vorlauf vorbereitet. Das Programm und die Ausrichtung ist Ergebnis eines aufwendigen Aushandlungsprozesses, der kein Schutz oder Verbot oder rechtliche Auflagen priorisiert, sondern „Sensibilisierung“. Der Titel der Kampagne „watch YOUR web“ ist Programm.
    # Erstmals bin ICH nicht ernüchtert in Bezug auf Wirkungsmöglichkeiten auf ministerielle Politik-Starrheiten.
    # Unzufriedenheit ist eine Bremse zum Engagement. Wie wäre es mit Beteiligung im Prozess? Die Tür ist offen. mail to jon ät ijab.de

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