Ökonomie des Vergessens vs. die der Nachhaltigkeit

So sprach ER im April diesen Jahres in Berlin!

„Das alles reicht nicht, um unsere Privatsphäre auf Dauer zu sichern, sagte der Harvard-Professor Viktor Mayer-Schönberger der versammelten und vernetzten Bloggergemeinde. Im digitalen Zeitalter hätten Menschen das Vergessen verlernt, jede Banalität wird gespeichert, ist für Jahrzehnte abrufbar. Mayer-Schönberger forderte eine Ökonomie des Vergessens:
Ganz einfach, indem wir Informationen, die wir abspeichern, mit einem Verfallsdatum versehen. Ist das Verfallsdatum erreicht, wird die Information gelöscht.“

[dradio.de]

Und traf damit schon einen wunden Punkt. Bzw. alle Medienpädagogen freuten sich, das endlich einmal einer das ausspricht was sie alle für unsere Jugend hoffen: vergesst all die Partypics auf den Portalen, vergesst all die Urlaubsbilder mit fremden Menschen im Arm, vergesst all die Videoclips der Penäler.

Ganz anders, Gestern bei dem (Fach-) Vortrag von Dr. Felix Sasaki, World Wide Web Consortium (W3C), MIT, ERCIM, Keio. ER sprach über die wenigen Möglichkeiten der „Nachhaltigkeit von Webressourcen – Services, Datenheterogenität und Identifizierbarkeit“ [Flyer].
Neu waren für mich solche Dinge wie URI und URN. Aber auch das sich etliche unterschiedliche Protokolle noch neben TCP, FTP oder HTTP tummeln, so z.B. ist Gopher immer noch unterwegs.
Die Organisation des Wiederfindens lässt sich nur durch Konventionen, Verabredungen und durch soziale Netzwerke organisieren. Dabei vertraut Sasaki sehr auf das gute alte HTTP, auch und bewusst in Zeiten von HTML 5.
Was kann man nun tun?

    Genau bestimmen was man wem sagen möchte! Für wen sind die Daten und für wen sollen sie verfügbar sein
    Das Vokabular muss sorfältig gewählt werden! Die Programmier müssen sich verstehen, aber auch die Browser
    Das Vokabular muss dokumentiert werden! Neue Generationen lernen von den Alten
    Ergänzende Informationen bereitstellen!
    Früh und oft verifizieren! Validierung des HTML Codes

Alles steht und fällt mit: Interaktion, Identifikation und den Formaten um Persistenz zu erlangen.

Eine insgesamt schwierige Aufgabe…

One Response

  1. Ruben
    Ruben at |

    Eigentlich ein sehr guter Ansatz, dass die alten Party Pics gelöscht werden sollten. Nur denke ich, ist das zur Zeit schwer durchzusetzen, denn wer weiß schon noch, wo er vor fünf Jahren mal ein Pic hoch geladen hat, geschweige denn, wie die Zugangsdaten waren? Aus dem Bekanntenkreis kenne ich das Problem, die Seiten selbst sind in der Versenkung verschwunden, doch wer suchet der findet, was natürlich für Personaler zum Beispiel immer wieder ein gefundenes Fressen darstellt.

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